Deine Werte
Allgemeines

Warum Werte die Währung Deines Lebens sein sollten

Oder auf welcher Grundlage Du alles bewerten solltest

Was auch immer Du tust, wohin Deine Reise auch geht, Du wirst nie die volle Zufriedenheit erlangen, wenn Du dabei in die falsche Richtung abdriftest.

Mit Mitte 40 und einer gewissen Lebenserfahrung kann ich nun rückblickend feststellen, wie unheimlich wichtig es ist, sich an den eigenen Werten zu orientieren. Das gilt für alle seine Handlungen, also alle Tätigkeiten, große wie kleine. Warum? Ich sag’s Dir:

Blick auf ein „wertloses“ Leben?

Deine Zeit ist endlich. Du wirst älter. Irgendwann – hoffentlich nicht erst auf dem Sterbebett – wirst Du auf Dein Leben zurückblicken. Dabei wirst vermutlich auch Du Dich fragen, was Du all die Jahre gemacht hast:
Womit hast Du Deine Zeit verbracht? Hast Du Deine eigenen Ziele verfolgt? Hast Du getan, was Dir wirklich wichtig ist?
Häufig passiert so etwas schon mal in der Mitte Deines Lebens. Ich vermute ein wenig, dass die eigenen Antworten auf diese Fragen häufig (mit)verantwortlich sind für die sogenannte Midlifecrisis.

Die Reaktionen auf diese Erkenntnis ist wiederum sehr unterschiedlich. Einige Menschen machen einfach weiter wie bisher, andere versuchen krampfhaft, diese Frustration oder Lücke mit Stellvertreter-Dingen zu stopfen. Statussymbole sind da ein häufiges Mittel, je nachdem welchen Menschen man darstellen möchte. Nur sehr wenige trauen sich, wirklich einen neuen Weg einzuschlagen: Mal in eine ganz andere Richtung gehen und aus dem aktuellen Leben, dem Hamsterrad, dem Alltagsstress oder was einen auch immer gefangen hält, ausbrechen.

Zufriedenheit und Glück

Diese letzte Gruppe hat die enorme Chance, am Sterbebett tatsächlich glücklich auf ein tief erfülltes Leben zurück zu blicken. Sie können feststellen, dass sie wirklich ihr Leben gelebt haben und vielleicht sogar irgendwie bedeutsam sind.

Und aus dem Grund ist es so unentbehrlich, sich über die eigenen Werte im Klaren zu sein. So gilt es hier nicht nur, diese Werte zu erkennen, sondern auch gegeneinander abzuwiegen, also zu priorisieren (dazu gibt es am Ende eine kleine Hilfestellung).

Warum aber ist es so schwer, warum liegt es nicht auf der Hand?
Ein Problem ist vor allem der Einfluss der Gesellschaft, der Erziehung, der Medien usw. auf uns. Es liegt aber auch an der eigenen fehlerhafte Bewertung und Priorisierung.

Häufig ist es uns wichtiger, was andere von uns halten. Wie wir uns selbst bewerten, also nach den eigenen Maßstäben auf Basis unserer Werte, scheint nicht so wichtig. Manchmal ist es aber auch einfach nur eine gewisse Bequemlichkeit oder sogar Phlegmatik, die uns von den eigenen Werten entfernt.

Außerdem ist nicht alles, was als vermeintliche Werte daher kommt, auch wirklich als Werte einzuordnen. Ganz im Gegenteil könnten diese sogar kaschieren, was wirklich wichtig ist (dazu weiter unten mehr).

Hier habe ich eine kleine beispielhafte Unterteilung und Auflistung von Werten (jeweils in alphabetischer Reihenfolge). Tatsächlich gibt es unterschiedliche Arten von Sichtweisen und Kategorisierungen. Solltet Ihr tiefer in dieses Thema einsteigen wollen, werdet Ihr im Internet fündig.

Hinweis: Am Ende dieses Artikels stelle ich Dir ein Workbook zur Verfügung, das Dir beim Identifizieren und Kategorisieren Deiner Werte hilft.

Grundwerte

Die absolute Basis stellen die Grundwerte dar. Diese werden von den meisten Menschen (einer Gesellschaft) so oder in ähnlicher Form geteilt. Hier seien beispielsweise folgende genannt:

  • Beziehungen / soziale Teilhabe
  • Freiheit
  • Gesundheit
  • Lust / Leidenschaft
  • Schaffenskraft
  • Sicherheit

Die Grundwerte sollten schon mal die unerschütterlichen Prinzipien sein, nach denen wir unser Leben gestalten. Solltest Du Dich also in irgendeiner Form unerfüllt fühlen, gilt dringend zu überprüfen, ob irgendwelche Deiner Grundwerte vernachlässigt wurden.

Persönliche Werte

Deine Persönlichkeit baut auf weiteren Werten auf, die deutlich individueller sind, als die Grundwerte.

Obwohl sie von vielen anderen Menschen geteilt werden, können sie vor allem in ihrer Ausprägung und Priorisierung völlig unterschiedlich sein.

  • Abenteuer
  • Austausch
  • Authentizität
  • Aktivität
  • Bescheidenheit
  • Dankbarkeit
  • Demut
  • Disziplin
  • Effizienz
  • Ehrlichkeit
  • Empathie
  • Fürsorglichkeit
  • Freude
  • Gerechtigkeit
  • Harmonie
  • Hilfsbereitschaft
  • Intimität
  • Sexualität
  • Kontrolle
  • Kreativität
  • Leichtigkeit
  • Liebe
  • Loyalität
  • Meinungsfreiheit
  • Mut
  • Mobilität
  • Nachhaltigkeit
  • Neugier/Wissensdurst
  • Optimismus
  • Pflichtgefühl
  • Pragmatismus
  • Pünktlichkeit
  • Realismus
  • Respekt
  • Selbstvertrauen
  • Selbstbestimmtheit
  • Teamgeist
  • Toleranz
  • Treue
  • Unabhängigkeit
  • Unbestechlichkeit
  • Verantwortung
  • Verlässlichkeit
  • Verletzlichkeit
  • Vertrauen
  • Willenskraft
  • Weisheit
  • Würde
  • Zielstrebigkeit
  • Zuverlässigkeit

Deine persönlichen Werte machen Dich als Mensch zum großen Teil aus. Im Laufe Deiner eigenen Entwicklung können sich diese Werte jedoch noch kontinuierlich verändern. So ist hier von leichter Variation bis zur völligen Neubewertung alles möglich.

Oberflächlichkeiten

Bei den folgenden Pseudo-Werten handelt es ich nicht um die Grundfeste eines Menschen. Dennoch können sie einen großen Einfluss auf die tiefe Zufriedenheit einer Person haben. Es handelt sich quasi um das Tüpfelchen auf dem i im eigenen Leben. Hier eine kleine Auswahl möglicher Dinge:

  • Ästhetik (Design / Kunst)
  • Essen / Trinken
  • Feiern / mit Freunden treffen
  • Finanzplanung
  • Fitness
  • Gemütlichkeit
  • Gestalten / Zeichnen
  • Handwerken / Nähen
  • Kochen
  • Lesen
  • Meditation
  • Mode / Stil / MakeUp
  • Musik (Tanz / Spielen / Singen)
  • Nachdenken
  • Ordnung / Sauberkeit
  • Planung
  • Schreiben
  • Stille
  • technische Gadgets
  • usw.

Wobei sich diese oberflächlichen Ideale im Laufe eines Lebens noch sehr verändern können. Dabei ist es aber wichtig, sich nicht nur einem Zeitgeschmack zu unterwerfen, der gar nicht mit den eigenen tieferen Werten vereinbar ist. Schon gar nicht musst Du Dir Deinem Status entsprechend ein Designer-Sofa in die Wohnung stellen, obwohl Du eigentlich lieber in einer Hängematte abhängen möchtest.

Vorsicht!

So kann es also passieren, dass Du dieser Oberflächlichkeiten mehr Aufmerksamkeit schenkst als Deinen wirklichen Werten. Ferner kann es dabei zu einer Maskierung kommen, die sich schließlich irgendwann in Form von tiefer oder latenter Unzufriedenheit rächt.

Fastfood, Fernsehen, Alkohol

In dem Zusammenhang habe ich leider häufig z. B. folgende Beobachtung gemacht: Viele Menschen priorisieren den Wert Gesundheit zwar sehr weit oben oder gar auf 1, leben jedoch gar nicht danach. Sie lassen sich von Dingen der Oberflächlichkeiten-Liste zwischenfunken. Schließlich sind Fastfood, die regelmäßige Flasche Wein am Abend und dazu die Tüte Chips auf dem Sofa auf der Tagesordnung! Lieber Lieblingsserie statt Liegestütz! Irgendwann kommen die Pfunde, die Unbeweglichkeit, der Bluthochdruck, Nährstoffmangel, Krankheiten….

An diesem Beispiel ist erkennbar, wie schnell man vom richtigen Weg abkommt, wenn man nicht aufmerksam genug darauf achtet. Es erinnert ein wenig an die Sirenen der griechischen Mythologie.


Um herauszufinden, was Dir wirklich wichtig ist, welche Werte Dich ausmachen, hab ich ein kleines Workbook erstellt, das Dich hierbei ein wenig unterstützen soll:

DEINE WERTE - Workbook

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