Waschmittel aus Kastanien in einem Glas, das in buntem Herbstlaub steht.
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Ökologisch und kostengünstig waschen

Immer, wenn ich mit normalem Bio-Waschmittel meine Wäsche gewaschen habe, hatte ich irgendwie ein schlechtes Gefühl. Diese Chemikalien können ja nicht wirklich gut für Umwelt und Gesundheit sein.
Vor dem Kauf der Alternative Waschnüsse schreckte ich schon aufgrund des deutlich höheren Preises zurück. Außerdem ist ihr Transport von Indien nach Deutschland alles andere als ökologisch.

Wäsche waschen mit Kastanien?

Dann habe ich jedoch von regionalen Alternativen erfahren: Schon unsere Vorfahren haben Seifenkraut wegen seiner Reinigungskraft geschätzt. Überraschenderweise enthalten auch Efeublätter waschaktive sekundäre Pflanzenstoffe, sogenannten Saponine. Beide Pflanzen standen mir aber leider nicht zur Verfügung. Entsprechend erfreut war ich, als ich erfuhr, dass man mit einfachen Ross-Kastanien ebenfalls waschen kann.

Zum Glück war es gerade Herbst geworden und wir konnten in einer Kastanienallee große Mengen an Kastanien sammeln:

Kastanien in einem Stoffbeutel.

Diese Ausbeute galt es nun haltbar und besser verwendbar zu machen: Dafür habe ich die Kastanien in kleinen Portionen von je ca. 5-6 Stück in den Mixer gegeben.

Im Mixer zerkleinerte Kastanien.

Das nun Kleingehackte habe ich dann im Backofen trocknen lassen. Letzteres mache ich mittlerweile im Dörrautomaten

Kastanien-Granulat im Dörrgerät.

Kastanien-Granulat zum Waschen.

Seit gut drei Jahren wasche ich unsere Buntwäsche nur noch mit diesem Kastanienwaschmittel.

Jetzt geht es den Kastanien an die Wäsche

Weil es für sie einen passenden Siebeinsatz gibt, nutze ich die leeren frech bedruckten Smoothie-Flaschen zum Ansetzen der Reinigungsflüssigkeit. Um meine Wäsche mit den Kastanien zu waschen, gehe ich folgendermaßen vor:

  1. Granulat ins Teesieb füllen (ca. 2-3 Esslöffel).
  2. Teesieb in Flasche hängen.
  3. Warmes oder heißes Wasser drauf (600-700 ml).
  4. Einige Zeit (gerne auch über Nacht, muss aber nicht zwingend) ziehen lassen.
  5. Durch ein noch feineres Sieb die Flüssigkeit schließlich über das Waschmittelfach in die Waschmaschine geben.
    Das feinere Sieb ist optional. Durch mein erstes Sieb rieselt immer noch ein wenig Kastanienschale und legt sich als brauner Bodensatz in der Flasche ab.
  6. Statt eines Weichspülers eine Tasse Wasser mit ein paar ordentlichen Spritzern Essigessenz dazugeben.
    Das Kastanienwaschmittel riecht völlig neutral. Wer auf den frischen Duft jedoch nicht verzichten mag, kann noch ca. 3 Tropfen ätherisches Öl zu dem Weichspüler-Ersatz geben. Leider ist das für die Gewässer aber nicht so gut (siehe Warnhinweis auf den Fläschchen), daher sollte man sich vielleicht lieber an den neutralen Geruch gewöhnen.

Das kannst Du Dir in die Haare schmieren

Kastanien-ShampooVon ihrer Waschleistung völlig überzeugt, wollte ich nun auch Haut & Haar mit Kastanien waschen. Also probierte ich folgendes Rezept für Haarshampoo aus:

  1. Ca. 300 g des Granulats in etwa 800 ml Wasser geben.
  2. Das Ganze einige Minuten köcheln lassen.
  3. „Kastanien-Suppe“ etwas abkühlen lassen.
  4. Die Flüssigkeit in einen anderen Topf umfüllen, den Trester dabei mit einem Nussmilchbeutel auffangen und auspressen.
    Mit einem Sieb ginge das bestimmt auch.
  5. Für eine shampoo-ähnliche Konsistenz einige EL Speisestärke in die Flüssigkeit rühren und diese noch mal aufkochen lassen.

Um das Kastanien-Shampoo eine längere Zeit lagern zu können, lässt es sich in Gläsern einkochen. Geöffnet solltest Du es jedoch zügig verbrauchen und evtl. im Kühlschrank aufbewahren. Bei Schuppen oder fettiger Kopfhaut findest Du im Netz auch passende Rezepte.

Anders als das Waschmittel, hat mich das Kastanien-Shampoo damals nicht überzeugt. Obwohl es hervorragend funktionierte, fehlte mir der krasse Schaum, wie ich ihn vom Shampoo gewohnt war. Erst etwas später bin ich auf die sogenannte NoPoo1-Bewegung aufmerksam geworden. Sie veranlasste mich schließlich dazu, meine Haare nur noch ohne Shampoo zu waschen. Dazu aber demnächst mehr…


¹ No Poo kommt aus dem Englischen. Der Begriff steht für No Shampoo. Außerdem handelt es sich um ein kleines Wortspiel, das sowas wie kein Scheiß bedeuten soll. No Poo beschreibt eine Haar-Reinigung, für die kein konventionelles Shampoo verwendet wird. Stattdessen werden Haare und Kopfhaut nur mit purem Wasser, Natron, Roggenmehl, Haarseifen, Wascherde o. ä. gewaschen oder gar nur sauber gebürstet. Warum diese Alternativen? Weil durch Shampoos Umwelt, Haare und der eigene Körper belastet werden (Plastikverpackung, Silikone, Sulfate, Mikroplastik, …).

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