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Nachhaltige Banken: Blumen mit Geld
entsetzt,  Geld

Nachhaltige Banken – jeder Euro ist ein Stimmzettel!

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Dies ist die Fortsetzung des Beitrags „Investiert auch deine Bank in die Zerstörung unserer Zukunft?“. Während dort vor allem die verheerenden Investitionen und Geschäftspraktiken vieler Geschäftsbanken im Fokus standen, schauen wir in diesem Teil auf mögliche Lösungen: nachhaltige Banken.

Wir können nicht darauf warten, dass sich die Geschäftsbanken ihrer ethisch-ökologischen Verantwortung bewusst werden und endlich konsequent Divestment betreiben, also ihr – d. h. eigentlich unser – Geld aus fossilen Projekten abziehen. Vielmehr sollte jede:r einzelne von uns sich überlegen, ob das eigene Geld bei einer nachhaltigen Bank nicht besser aufgehoben wäre.

Nachhaltige Banken, was soll das sein?

„Nachhaltigkeit“ ist ein dehnbarer (und leider oft überstrapazierter) Begriff. Es braucht also griffige Kriterien, um sich ein Bild von nachhaltigen Banken machen zu können. Diese haben für sich selbst meist Ausschlusskriterien und Positivkriterien festgelegt, hier am Beispiel der GLS Bank (Quelle: GLS Anlage- und Finanzierungsgrundsätze):

  • Ausschluss von kontroversen Geschäftsfeldern: Atomenergie, Kohleenergie, Rüstung und Waffen, Biozide und Pestizide, Gentechnik in der Landwirtschaft, chlororganische Massenprodukte, Massentierhaltung, Embryonenforschung, Suchtmittel
  • Ausschluss von kontroversen Geschäftspraktiken: Verletzung von Menschenrechten, Verletzung von Arbeitsrechten, Tierversuche, kontroverses Umweltverhalten, kontroverse Wirtschaftspraktiken
  • Positivkriterien – zukunftsweisende sozial-ökologische Geschäftsfelder: Erneuerbare Energien, Ernährung, Land- und Forstwirtschaft, Wohnen, Bildung & Kultur, Soziales & Gesundheit, Mobilität, nachhaltige Wirtschaft
  • Positivkriterien – nachhaltige Unternehmensführung: Unternehmenspolitik, soziale Verantwortung, ressourcenschonende Betriebsführung, entwicklungspolitische Ziele, Produktverantwortung

Die einzelnen Kriterien sind in dem oben verlinkten Dokument näher beschrieben. Andere nachhaltige Banken haben sich zu ähnlichen Anlage- und Finanzierungsgrundsätzen verpflichtet wie die GLS.

Wieviele nachhaltige Banken gibt es?

Laut der Verbraucherzentrale Bremen e.V. erfüllen von den in Deutschland aktiven Banken heute nur vier die dort festgelegten Nachhaltigkeitskriterien, das sind:

Nachhaltige Banken im Vergleich

Auch bei dieser kleinen Auswahl an Banken lohnt es sich, genauer hinzuschauen, denn die angebotenen Produkte und ihre Konditionen unterscheiden sich durchaus. So bietet z. B. die UmweltBank kein Girokonto an, hat aber dafür z. T. eventuell bessere Konditionen bei den Geldanlagen. Im Folgenden findet ihr eine Übersicht zu den drei populären Produkten Girokonto, Tagesgeld und Festgeld/Sparbrief. Alle Angaben sind ohne Gewähr – mehr Details erfahrt ihr natürlich direkt auf den Websites der Banken. Die Links hinter den Produktnamen führen euch direkt zu den Konditionen der Anbieter.

Girokonto

BankProduktMonatl. GrundpreisDebitkarte p.a.Kontoführung gesamt p.a.Dispozinssatz p.a.
EthikBankGirokonto8,50 €
+ 0,12 € pro TAN
15 €117 €7,5%
GLS BankGirokonto
GLS-Beitrag (für alle GLS-Produkte)
3,80 €
5,00 €
15 €
(0 € für Mitglieder)
120,60 €
(105,60 € für Mitglieder)
0% bis 10.000 €, darüber 7%
Triodos BankGirokonto5,50 €15 €81 €6,45%
UmweltBankKein Angebot
Stand: März 2021

 

Bei dem in der Tabelle erwähnten GLS-Beitrag handelt es sich um eine Gebühr, die jede:r GLS-Kund:in pro Monat entrichten muss, unabhängig davon, welche und wie viele Produkte der Bank man nutzt. Als Genossenschaftsbank bietet GLS die Möglichkeit, Genossenschaftsanteile zu erwerben. Dadurch wird man von einer Kund:in zu einem Mitglied und kann Vorteile wie jährliche Dividenden und Mitbestimmung in Anspruch nehmen. Außerdem sind Debit- und Kreditkarte für GLS-Mitglieder kostenlos.

Tagesgeld

BankProduktMonatl. GrundpreisZinssatz p.a. (variabel)
EthikBankZinskonto3,50 €0%
-0,4% ab 100.000€
GLS BankTagesgeldkonto0 €0%
0,5% Einlagenentgelt ab 250.000 €
Triodos BankTagesgeld0 €0,01%
-0,5% ab 100.000€
UmweltBankUmweltFlexkonto0 €0,25%
0% ab 5.000 €
0,5% Verwahrentgelt ab 100.000 € (ab April 2021)
Stand: März 2021

 

Festgeld/Sparbrief

Bank Produkt Laufzeit Kündigungsfrist Mindestbetrag Zinssatz (fest, p.a., laufzeitabh.)
EthikBank Mäusekonto 1, 3 oder 5 Jahre 3 Monate (bei 3 o. 5 Jahren) 2.500 €0%
Sparbrief1 bis 10 Jahrefeste Laufzeit
GLS Bank Sparbrief 3, 5 oder 7 Jahre feste Laufzeit 1.000 € 0% bis 0,2%
Triodos Bank Festzins bis 10 Jahre, frei wählbar feste Laufzeit 500 € 0,05% bis 0,4%
UmweltBank UmweltFestzins 1 bis 20 Jahre feste Laufzeit 5.000 € 0,01% bis 0,6%
Stand: März 2021

 

Es kann sich lohnen, nach Aktionen für Neukund:innen oder junge Menschen Ausschau zu halten. So bietet z. B. die EthikBank für Neukund:innen ein Girokonto Klima mit Klimarabatt, bei dem die Kontoführung im ersten Jahr nur 2 € pro Monat kostet. Debitkarte (girocard) und Kreditkarte sowie Online-Banking sind in diesem Zeitraum gebührenfrei.

Die Banken haben auch natürlich auch noch weitere Produkte im Angebot, z. B. Sparpläne oder Fonds. Einen weiterführenden Vergleich findet ihr auf den Seiten der Verbraucherzentrale Bremen e.V.

Meine persönlichen Erfahrungen mit nachhaltigen Banken

Nachdem ich erfahren hatte, dass meine langjährige Bank mit meinem Geld Investitionen und Geschäfte gemacht hat, die meinen Werten und Zielen diametral entgegenstehen, bin ich im Herbst 2019 zu einer nachhaltigen Bank gewechselt. Nach einem eingehenden Bankenvergleich (siehe oben) habe ich mich schließlich für ein Girokonto und ein Tagesgeldkonto bei der Triodos Bank entschieden.

Parallel dazu habe ich ein Festgeldkonto bei der UmweltBank eröffnet. Da das Festgeld dort quasi nur ruht und sich angesichts der üblichen Niedrigzinsen nur sehr langsam vermehrt, kann ich zur UmweltBank gar nicht viel sagen – außer dass die Kommunikation immer reibungslos geklappt hat und die gesetzliche Einlagensicherung natürlich – wie bei allen hier genannten Banken – gegeben ist.

Kontowechsel

Mit Triodos habe ich im Alltag deutlich mehr zu tun. Anfangs musste ich natürlich erstmal allen möglichen Institutionen (Arbeitgeber, Versicherungen, Mobilfunkanbieter, Energieversorger, Finanzamt, Deutsche Bahn usw.) meine neue Bankverbindung mitteilen. Triodos bietet zwar einen Kontowechselservice an, der hat bei mir allerdings nicht richtig funktioniert – das kann aber auch an dem Portal meiner alten Bank gelegen haben. Jedenfalls konnten die Institutionen, denen ich Lastschriftmandate erteilt hatte, nicht automatisiert ermittelt werden. Daher habe ich alles manuell gemacht – war aber nicht schlimm, und so hatte ich zumindest Gewissheit, dass alles korrekt umgestellt wurde. Bei vielen Institutionen konnte ich gleich im Nutzer:innen-Portal meine Bankverbindung ändern, in anderen Fällen reichte eine kurze E-Mail. Briefe verschicken musste ich nur in wenigen Ausnahmefällen.

In den ersten sechs Monaten musste ich für mein Girokonto keine Grundgebühr bezahlen und bekam ein Jahresabo der Zeitschrift „enorm“ gratis dazu. 🙂 Also – wie gesagt – haltet am besten die Augen auf, ob es bei der Bank eurer Wahl vielleicht auch solche Angebote für Neukund:innen gibt.

Online-Banking

Das Online-Banking mache ich ausschließlich mit meinem Notebook. Die Web-Oberfläche ist schlicht, aber funktional. Bei der Authentifizierung kommen Mobile TANs zum Einsatz. Etwas nervig ist, dass man schon nach sehr kurzer Inaktivität wegen Timeout automatisch abgemeldet wird – aber gut, es dient ja der Sicherheit. 😉

Alternativ kann das Online-Banking auch mit per App betrieben werden, aber damit habe ich noch keine Erfahrungen gesammelt.

Debit- und Kreditkarten

Für Einkäufe und Bargeldversorgung hat Triodos eine Debitkarte (Girokarte/EC-Karte, 15 € p.a.) und eine Kreditkarte (Mastercard, 39 € p.a.) im Angebot. Erst dachte ich, ich würde beides brauchen – die EC-Karte zum Einkaufen und die Mastercard zum Abheben von Bargeld. Aber da man inzwischen auch in praktisch allen Supermärkten und sehr vielen anderen Geschäften mit Kreditkarte zahlen kann, habe ich schließlich auf die EC-Karte komplett verzichtet – und es bis heute nicht bereut. Noch nie hatte ich das Problem, dass die Kreditkarte nicht akzeptiert wurde. NFC ist möglich, Bezahlen im Internet natürlich auch.

Nachhaltige Banken: Triodos-Kreditkarte

Bargeld bekommt man mit der Kreditkarte an fast allen Geldautomaten, mal kostenlos (z. B. bei Volksbanken), mal mit Gebühr. Wenn mal eine Gebühr erhoben wurde, habe ich den Vorgang immer abgebrochen und mir einen anderen Automaten gesucht. 🙂

Zu erwähnen ist noch, dass die Kreditkarte aus einem nachwachsenden Rohstoff gefertigt ist. Die Haptik ist wie bei normalen Plastikkarten, allerdings scheint die Karte etwas empfindlicher gegenüber Reibung zu sein. Jedenfalls waren nach einigen Monaten Abschürfungen auf dem Magnetstreifen zu sehen. Auf Anfrage hat mir Triodos umgehend eine neue Kreditkarte zugeschickt. Diese habe ich aber noch gar nicht in Betrieb genommen, da die alte – trotz der Kratzer – immer noch funktioniert.

Fazit

Es ist ein sehr gutes Gefühl zu wissen, dass das eigene Geld nicht für klima- und umweltzerstörende Projekte (oder für Rüstungsgeschäfte, Tierversuche oder was auch immer) eingesetzt wird. Ich kann daher den Wechsel zu einer nachhaltigen Bank wirklich vorbehaltlos empfehlen – der Wechselaufwand ist überschaubar und anschließend hat man die gleiche Funktionalität wie vorher. Kostenlose Girokonten gibt es bei nachhaltigen Banken allerdings nicht, aber das gute Gewissen ist mir die monatliche Gebühr auf jeden Fall mehr als wert.

Würden viele Menschen zu einer nachhaltigen Bank wechseln, könnte das die traditionellen Geschäftsbanken vielleicht endlich zum dringend notwendigen Divesting zwingen. Irgendwann muss sich ja auch bei ihnen die Einsicht durchsetzen, dass Investitionen in fossile Projekte mittelfristig keine Zukunft haben und damit hochriskant sind. Hoffentlich ist es für unseren Planeten dann nicht schon zu spät.

Also denkt daran: Ihr habt es selbst in der Hand, und jeder Euro ist ein Stimmzettel!

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