Verschiedene frische Kräuter und Gemüse in einer Küche.
Gesundheit

Nachhaltig & naturnah leben – ein wahrer „Biohack“

Hä, Biohack? Was ist das denn? Das habe ich mich auch noch vor wenigen Wochen gefragt, als ich zufällig über den Begriff des Biohacking gestolpert bin. Und das, obwohl ich mich schon längst zu den Biohackern zählen konnte, ohne es jedoch zu wissen. Wieso? Weil ich mich bereits seit einigen Jahren ausgiebig mit dem Körper, der Ernährung und ihrer Auswirkung auf die Gesundheit (und das Gewicht) beschäftige. Außerdem versuche ich, mich ausreichend zu bewegen und regelmäßig zu meditieren. Letzteres gelingt mir leider noch nicht täglich. Nebenbei tracke ich einige meiner Daten durch bestimmte (z. B. Schlaf- und Bewegungs-) Apps und meinem Wearable.

Nicole macht angestrengt Klimmzüge.

Biohacking: Eine kleine Erklärung

Welche Bedeutung hat dieser Begriff eigentlich:
„Biohacking“ ist ein zusammengesetztes Wort:
„Bio“ steht dabei für Biologie, also der Wissenschaft einer lebendigen Natur (Pflanzen, Pilze, Menschen und Tiere) und deren Kreisläufe und Gesetzmäßigkeiten.
„Hacking“ wiederum scheint aus dem Computerjargon entlehnt und steht in etwa für das „Entschlüsseln“ und „Ausnutzen“ eines erlangten Wissens.

Die Verwendung dieses Begriffs ist sehr breit gefächert. Es gibt auf der einen Seite Biohacker, die sehr im Einklang mit der Natur leben, also eher einen Schritt zurück zu den Ursprüngen gemacht haben. Sie meinen, dadurch artgerechter zu leben und so etwas für ihre Gesundheit zu tun.

Auf der anderen Seite gibt es die, die sich Technik und medizinische Weiterentwicklungen zunutze machen. Sie glauben z. B., durch Implantate oder bestimmte Medikamente noch mehr aus ihrem Körper herausholen zu können.

Gesundheit in Tablettenform? Nahrungsergänzungsmittel in einer Pfanne. (Symbolbild)

Selbstoptimierung = Gesundheit!?

Beide Seiten eint der Wunsch, Körper, Geist und damit letztlich die Gesundheit zu optimieren. Ziel ist es dabei, die Leistungen zu steigern sowie das eigene Leben (je nach persönlicher Definition) zu verbessern und bestenfalls zu verlängern. Dazu werden zum Beispiel unterschiedlichste Studien herangezogen. Es wird Wert auf abwechslungsreiche und effiziente Bewegung sowie eine sehr gute Ernährung gelegt, häufig verbunden mit gezielter Supplementierung (weil die Nährstoffdichte durch die intensive, Boden auslaugende Landwirtschaft heutzutage wohl nicht mehr so hoch sein soll wie früher). Außerdem wird sehr viel geschlafen und geruht (oder probiert, wie man durch welches Schlafverhalten sein Energielevel hoch halten kann). Anhand von (Blut-) Analysen, einer Auswertung unterschiedlichster Tracking-Daten oder einfacher Beobachtungen wird also am eigenen Körper verfolgt, durch welche Verhaltensweisen die besten Erfolge für sich erzielt werden können. Dabei werden beispielsweise auch spezielle Atemtechniken und Kältetherapien angewendet.

Auf den Punkt gebracht

Ich hoffe, ich habe den Begriff einigermaßen umfassend erklären können und dabei nichts Entscheidendes vergessen.
Man kann es also vielleicht so runterbrechen:

  • nährstoffreiche Ernährung
  • natürlicher Sport / Bewegung in der Natur (auch mit dem Ziel eines Muskelaufbaus)
  • viel und vor allem guter Schlaf
  • Meditationen und/oder ähnliche Praktiken, für eine geistige Hygiene und vor allem zum Stressabbau
  • kontinuierlicher Wissenserwerb
  • ständige Beobachtung des eigenen Körpers

Als ich mich also für eine neugierige Recherche durch das Internet geklickt habe, ist mir eines schnell klar geworden: Auch wenn beim Biohacking die Übergänge vom naturnahen zum technikaffinen Extrem fließend sind, kann man wohl behaupten: Die meisten Biohacker gehören eher in die erste Kategorie: Also zu denen, die sich an der Natur orientieren (wenn auch evtl. mit Hilfsmitteln wie Trackern). Und nun kommen wir langsam auch zu der in der Überschrift angekündigten These:

Das wichtig(st)e Thema Ernährung:

Auch hier gibt es – wie überall – unterschiedlichste Überzeugungen. Ich bin bei den verschiedenen Biohacking-Konzepten jedoch vorwiegend auf LowCarb, Keto und vor allem Paleo gestoßen. Das sind alles Ernährungsformen, die eher auf eiweiß- und fettreicher Kost basieren und einfache, also verarbeitete, Kohlenhydrate aus der Ernährung streichen. Vor allem setzen sie auf viel frisches Gemüse, Ballaststoffe (diese aber weniger bis gar nicht aus Getreide), Eiweiß (auch in Form von Pulvern oder Tabletten) und gute Fette/Öle.

Geballte Proteine: Bio-Eier im Karton

Stark verarbeitete Lebensmittel wie Weißmehl-Produkte, gezuckerte Waren, irgendwelches mit Konservierungs- und Aromastoffen angereichtes Fertigessen, also sogenanntes Convenience Food, kommt gar nicht erst in die Tüte und schon gar nicht auf den Teller. Gleiches gilt für Milch (wer entsprechende unabhängige Studien mal gelesen hat, wird das verstehen). Stattdessen werden vor allem saisonal und regional angebautes Bio-Gemüse und Bio-Früchte wie Beeren bevorzugt. Folgende Fett- und Eiweißlieferanten stehen quasi täglich auf dem Speiseplan:

  • Weidebutter
  • Kokos- und Olivenöl
  • MCT-Öl
  • qualitativ hochwertiges Weide- oder Wildfleisch
  • Fisch
  • Nüsse
  • Bio-Eier

Außerdem hat die Darmgesundheit einen großen Stellenwert, daher wird hier auch gerne auf (Selbst-) Fermentiertes gesetzt: Eingelegtes Gemüse und Getränke wie Kombucha sowie weitere Probiotika wie z. B. Joghurt. Dazu gibt es Präbiotika, also Lebensmittel, die vor allem unsere „guten“ Bakterien füttern.

Hülsenfrüchte: Freund oder Feind?

Interessanterweise meiden Biohacker häufig Hülsenfrüchte, weil die darin enthaltenen Anti-Nährstoffe (z. B. Phytinsäure) die Aufnahme von Mineralstoffen wie Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink hemmen sollen. Es gibt aber auch völlig überzeugte vegetarische und vegane Biohacker, die wiederum auf Hülsenfrüchte setzen, um ihren Eiweißbedarf zu decken. Diese sogenannten Anti-Nährstoffe haben nämlich auch teilweise eine antioxidative Wirkung, was wiederum zeigt: Es ist alles nicht so einfach und irgendwo eine persönliche Abwägungssache. Es heißt wohl auch hier: Die Dosis macht das Gift!

Natürlich und nachhaltig

Ohne mich hier für irgendeine dieser genannten Ernährungsformen auszusprechen, haben sie eines gemein: Sie bestehen zu einem sehr großen Teil aus gesundem frischen Gemüse. Regional und saisonal angebaute Bio-Lebensmittel haben aufgrund ihrer Frische eine größere Nährstoffdichte und sind schon deswegen irgendwelchen Fertigspeisen oder importierten Nahrungsmitteln vorzuziehen. Vor allem belasten sie die Umwelt nicht so sehr wie konventionell Angebautes und Importiertes. Selbst Tiere werden in der ökologischen Landwirtschaft etwas besser gehalten, ökologischer und gesünder gefüttert. Das wirkt sich wiederum auch auf die Qualität des Fleisches als Lebensmittel positiv aus. Für mich als „eingefleischte“ Vegetarierin gibt es jedoch viele Gründe, ganz auf Fleisch zu verzichten, dazu aber an anderer Stelle irgendwann mal mehr.

Es ist schon ein sehr nachhaltiger Ansatz, dass das eigene Essen nicht einmal um die halbe Welt transportiert werden muss, man größtenteils auf plastikverpackte Lebensmittel verzichtet, schlechte Öle wie Palmöl meidet etc. Das wiederum hat einen beträchtlichen Einfluss auf die eigene CO2- und Müll-Bilanz – eine Win-Win-Situation also.

… oder um die Kurve zur Überschrift zu bekommen:

Wer sich größtenteils oder gar ausschließlich von saisonal und regional angebautem Obst und Gemüse ernährt, sich täglich (und vielleicht sogar noch barfuß) ausgiebig draußen in der Natur bewegt oder gar sportlich betätigt, das Licht, WLAN und andere Geräte – nebenbei energiesparend – am Abend früher ausschaltet, um einfach mehr und vor allem besser zu schlafen, tut mal so richtig was für sich und seine Gesundheit!

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