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Ausmisten: 3 + 1 Tipps, sein Zeug endlich los zu werden

Ich gucke mich um. Es ist, als würde man mir die Luft abschnüren. Ich habe das Gefühl, nicht mehr richtig atmen zu können. Überall ist irgendwo Kram! In jeder Ecke häuft sich Zeug an. Immer wieder besorgen wir neue Aufbewahrungsmöbelstücke, um der Unordnung Herr zu werden… aber es will einfach nicht richtig gelingen! Ich fühle mich regelrecht eingeengt.

Wehe es kündigt sich zu Sonntag auch noch Besuch an! Das würde absoluten Stress bedeuten! Das hieße, wir müssten den ganzen Samstag aufräumen, putzen und das Chaos irgendwie in den Griff bekommen, damit wir ein einigermaßen vorzeigbares Untergeschoß bieten können. Nur in den Hauswirtschaftsraum darf der Besuch dann nicht gucken, der wird vorsichtshalber immer abgeschlossen!

Zum Glück kommt uns niemand besuchen! Wir können nach einer anstrengenden Woche ausruhen, auf dem Sofa abhängen, den einen oder anderen Schlafanzug-Tag genießen und unsere Lieblingsserie bingewatchen.

Das war meine Realität noch vor etwa 10 Jahren!

Wir hatten einfach so viel Zeug! Alles wurde aufgehoben, musste irgendwo einen Platz finden. Nicht selten war der auf einem Haufen oder in einer Tüte, die in irgendeine Ecke gestopft wurde. Haufen gab es mehrere: Papierhaufen, Schmutzwäsche-Haufen, Frischwäsche-Haufen,…! Tüten und Kisten auch.

Und es wurde immer mehr! Mit der wachsenden Unordnung sank leider auch die Fähigkeit, dieses Problem zu bekämpfen. Wir hatten absolut keine Kraft mehr! Es war schon anstrengend genug, Familie und Schichtdienst aufeinander abzustimmen! Der stressige Job kam nochmal obendrauf! Wie sollten wir uns da noch um den Haushalt kümmern?

Putzfrau!?

Argh! Nee! Die würde das Chaos ja dann überall sehen! Total peinlich!
Außerdem ist ja eh schwer, jemanden zu finden. Also auch keine Lösung!

Heute denke ich nicht mal über eine Putzfrau nach, einfach weil es sich gar nicht lohnen würde!
Wieso? Das beschreibe ich jetzt:

Frei durchatmen

Die Überschrift passt tatsächlich im doppelten Sinne. Seit ich nicht mehr im Chaos lebe, habe ich wirklich das Gefühl, wieder richtig Luft zu kriegen. Dass sich Unordnung tatsächlich körperlich (und psychisch) auswirkt, habe ich erst auf meinem Weg zur Minimalistin entdeckt. Dazu kam dann zwischendurch noch die Diagnose: Hausstauballergie, die zusätzlich noch als Katalysator beim großen Ausmisten wirkte und richtig Speed die Entwicklung brachte.

Jetzt habe ich nur noch einen Bruchteil der Möbel und viel weniger Zeug! Ich habe leere Bodenflächen und viele freie Wände. Es ist nun so viel leichter Ordnung zu halten, weil einfach alles seinen Platz hat und seltener etwas liegen bleibt. Der Hausputz ist auch lässig erledigt. Wenn jetzt spontan jemand vorbei kommen möchte, ist das auch kein Problem mehr.

Einfach mal mir dem Ausmisten anfangen

Und wie es eigentlich immer so ist: Wenn man erstmal dabei ist, ist es gar nicht so schlimm. Es bringt sogar ein bisschen Spaß! Viel mehr zog es mich geradezu so rein, dass ich richtig euphorisch wurde und gar nicht mehr aufhören wollte: Ausmisten!
Es ist so ein unbeschreiblich befreiendes Gefühl, sich von Zeug zu trennen, das man zwar irgendwie hat, aber überhaupt nicht mehr benutzt. Ganz im Gegenteil: Häufig machten mir solche Teile noch ein schlechtes Gewissen, weil ich für sie bei einem Spontankauf mal viel Geld hingelegt habe und sie jetzt nur noch rumliegen.

Die Belohnung ist also groß:

  • Ordnung
  • Platz
  • Entspannung
  • Freude
  • Freiheit

…und weil man einiges verkaufen konnte und nicht mehr so viel Neues kauft:

  • mehr Geld

Methoden zum Ausmisten

Folgende Methoden habe ich genutzt, um mich von all dem Ballast in meiner Wohnung zu befreien. Einige von ihnen wende ich auch jetzt regelmäßig an, um nur die Dinge zu behalten, die für mich von Wert oder wirklich in Verwendung sind:

Karton-Methode

Ausmisten: Die Karton-Methode

Sie vereint gleich zwei Vorteile:

  • Es ist gleich alles weggeräumt und ordentlich und man hat einen ersten Eindruck, wie es dauerhaft aussehen könnte.
  • Man bemerkt, was man wirklich braucht oder was einem wichtig ist.

Als Anfänger:in hat man auch erstmal eine kleine Sicherheit, weil man sich nicht gleich knallhart trennen muss. Ich würde aber empfehlen, den Zeitraum festzusetzen, in dem man diese Karton-Phase beibehalten möchte. Das soll ja bitte kein Dauerzustand bleiben!

Ich würde den Karton – je nach Kategorie und Ort des Geschehens – auf zwei bis vier Wochen begrenzen. Um nochmal auf Nummer Sicher zu gehen, kannst Du den Karton dann auf den Dachboden oder in den Keller bringen und noch beispielsweise ein Vierteljahr dort stehen lassen. Die Dinge, die Du in dieser Zeit wirklich nicht benötigt hast, kannst Du dann beruhigt weggeben.

Kisten-Methode

Ausmisten: Kisten-Methode

Beim Ausmisten hilft es unheimlich, gleich mit drei (oder vier) unterschiedlichen Kisten zu arbeiten:

📥 wegschmeissen
📥 verkaufen
📥 verschenken / spenden
(📥 reparieren)

So musst Du Dich nicht immer wieder neu mit den einzelnen Gegenständen befassen, sondern kannst gleich in einem Rutsch abchecken, ob Dir das Teil noch gefällt, Du es noch wirklich benutzt, es noch in Ordnung oder kaputt (vielleicht noch reparierbar?) ist, ob es vielleicht jemand anderes gebrauchen kann oder ob es sich nur noch um Müll handelt.

Das ist etwas effizienter, als in einem weiteren Arbeitsschrit zu überlegen, was mit dem ausgemisteten Zeug zu tun ist. Ansonsten wird das Ganze nämlich sehr langwierig und dadurch auch viel zu anstrengend. Es wäre doch wirklich schade, wenn Du deshalb noch die Lust verlieren würdest!

Für den Anfang könntest Du auch noch eine weitere Box aufstellen: 📥 Vielleicht! 😋
Die könntest Du Dir dann beim nächsten Rutsch nochmal mit vornehmen… . Mit ein wenig Übung braucht Du die aber irgendwann auch nicht mehr!

Rückwärts shoppen oder Korb-Methode

Ausmisten: Rückwärts Shopping

Diese Methode ist super, um sich zwischendurch mal einiger Dinge zu entledigen, nachdem man den großen Wurf schon hinter sich hat.
Dazu nimmst Du Dir ein paar Minuten Zeit und gehst mit einem Korb, einem kleinen Karton o.ä. durch die Wohnung. Dabei packst Du die Teile in die Box, die Du nicht behalten möchtest, weil Du sie gar nicht (mehr) benutzt, sie Dir nicht mehr gefallen oder irgendwie ein schlechtes Gewissen oder ein schlechtes Gefühl machen.

Vielleicht baust Du diese Methode einfach regelmäßig in Deinen Alltag ein, z. B. wöchentlich oder monatlich. 

+ Death Cleaning

Ausmisten: Death Cleaning

Diese Ausmist-Technik mit ihrem doch etwas morbiden Namen stammt ursprünglich aus Schweden.
Sie beschreibt den Prozess des Ausmistens aus einer interessanten Perspektive: 

☠️ Hierbei stellst Du Dir vor, Du würdest sterben und Deine Hinterbliebenen müssten sich um all Dein Zeug kümmern, das Du zurück gelassen hast. 

⚰️ Mir hat dies total geholfen, wenn ich mich bei bestimmten Dingen gefragt habe, ob ich meinen Partner wirklich damit belasten möchte. Oder ob es mir nicht sogar unangenehm wäre, wenn meine Tochter Gegenstand XY für mich entsorgen müsste. 

Das macht gerade bei Dingen, bei denen Du Dir noch nicht so sicher bist, richtig etwas aus!

Leg los mit Ausmisten

Versuch es doch gleich mal selbst. Fang doch einfach im Bad an. Das tut nicht weh und ist vermutlich schon mal sehr ergiebig… oder hast Du kein altes MakeUp, krüppelige Kajalstifte oder verlassene Haarspangen mehr in Deiner Schublade?

Welche Methode gefällt Dir am besten? Schreib’s mir in die Kommentare. 🙂

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